Risikofall Insolvenz: Wie gefährdet ist Ihre Geschäftsbeziehung wirklich?
Wenn ein wichtiger Kunde oder Lieferant plötzlich Insolvenz anmeldet, ist das erst einmal ein Schock. Doch eine Insolvenz in Eigenverwaltung bedeutet nicht automatisch das Aus für die Geschäftsbeziehung.
Was bedeutet Eigenverwaltung für Sie?
Bei einer Eigenverwaltung führt das betroffene Unternehmen sein Geschäft zunächst weiter. Die bisherige Geschäftsführung bleibt im Amt und arbeitet an einer Sanierung.
Das Gericht bestellt jedoch einen Sachwalter, der die Geschäfte überwacht und sicherstellt, dass alle Beteiligten fair behandelt werden. Bei größeren Unternehmen wird zusätzlich ein Gläubigerausschuss gebildet. Dieser begleitet den Sanierungsprozess und vertritt die Gläubigerinteressen.
Das passiert in den ersten Wochen
Nach dem Insolvenzantrag läuft das Unternehmen erst einmal normal weiter. In dieser Zeit prüft der Sachwalter unter anderem, ob eine Sanierung möglich ist und ob genug Geld da ist, um das Insolvenzverfahren zu finanzieren. Wichtig für Sie: Lieferungen in dieser Phase sollten Sie sich schnell bezahlen lassen, bevor das offizielle Verfahren startet und das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Alternativ müssen Sie Vereinbarungen mit Ihrem Vertragspartner treffen, die Sie absichern.
Wie geht es weiter?
Wenn das Gericht grünes Licht gibt, startet das offizielle Insolvenzverfahren. Dann müssen Sie Ihre offenen Forderungen anmelden. Das Unternehmen informiert regelmäßig über den Fortschritt. Am Ende entscheiden die Gläubiger gemeinsam: Sanierung mit einem Insolvenzplan, Verkauf an einen neuen Eigentümer oder doch Schließung.
„Insolventer Vertragspartner? Ruhe bewahren, Absichern, Verfahren verfolgen.“
Ihre Handlungsoptionen als Geschäftsführer
Auch wenn die Sanierung scheinbar gut läuft, bleibt ein Restrisiko. Verfolgen Sie den Prozess daher aufmerksam. Gleichzeitig kann Ihre Unterstützung dem Unternehmen helfen, wieder auf die Beine zu kommen – was auch für Sie langfristig von Vorteil sein kann.
Schützen Sie sich durch kluge Vereinbarungen: Vorkasse, Sicherheiten oder Eigentumsvorbehalte können Ihr Risiko reduzieren. Das Wichtigste: Bewahren Sie Ruhe, lassen Sie sich regelmäßig informieren und prüfen Sie Ihre Risiken sorgfältig. Eine Eigenverwaltung ist kein Grund, eine wichtige Geschäftsbeziehung vorschnell zu beenden.
